Digital in Kontakt bleiben ... aber wie?

Januar 2021: 

 

In Zeiten von Abstandsregeln und Kursverboten ist die Kommunikation mit Mitgliedern und Kursteilnehmer*innen nicht einfach. Trotzdem ist sie für Vereine essenziell. Denn nur wer präsent bleibt, Beziehungen pflegt und sich in Zeiten des Stillstands auf die Zeit „danach“ vorbereitet, kann die Folgen der Krise abmildern.

Doch wie bleibt man in Kontakt, wenn menschliche Begegnungen auf ein Minimum reduziert werden müssen? Digital, könnte hier eine Antwort lauten. Sicherlich schreckt nun manch ein*e Kneippianer*in zurück. Kommunikation über das Internet? Ist das nicht furchtbar unpersönlich,  unverbindlich und erreichen wir damit überhaupt unsere Vereinsmitglieder? Eine aktuelle Studie des Zentrums für Altersfragen (DZA) zum Thema Ältere Menschen und ihre Nutzung des Internets. Folgerungen für die Corona-Krise 1)verdeutlicht, dass besonders die Internetnutzung sowie der Umgang mit Nachrichten-Diensten (zum Beispiel WhatsApp) signifikant steigen. 2017 nutzen bereits  81% der Altersgruppe 67 - 72 Jahre die neuen digitalen Möglichkeiten, in der Altersgruppe 73 - 78 Jahre immerhin 64%. Auch wenn sich ein Unterschied im Nutzungsverhalten von Frauen und Männer sowie ein Zusammenhang zum sozioökonomischen Lebensstandard herstellen lässt, besteht ein großes Potenzial in der Kommunikation auf diesem Wege. Nicht nur in Zeiten der Pandemie. Aber insbesondere dann.

Einfach und unterhaltsam sollte es sein

Neben der Anwendung und dem Datenschutz, stellt der Content – also der Inhalt – manche Vereine vor eine Herausforderung. Kein Mitglied erwartet von Ihnen fortlaufend hochaufbereitete Inhalte. Wichtig ist eine authentische und herzliche Kommunikation. Denken Sie über Ihre Zielgruppe nach. Welche „Sparten“ in Ihrem Verein zeigen eine gute Resonanz? In Vereinen, in denen eine Yogagruppe kaum zustande kommt, ist der Versand von noch so guten Yogatipps wohl vergebene Mühe. Aber dort, wo zum Beispiel das Angebot an Gedächtnistraining  einen starken Zulauf verzeichnet, freuen sich Mitglieder oder Kursteilnehmer*innen bestimmt über neue Übungen. Unkompliziert  und komfortabel versendet als E-Mail, auf Ihrer Vereins-Website oder als Ausdruck per Post.

Investieren Sie in Ihre Vereinszukunft

Abgesehen davon, dass viele Menschen sich über eine (immaterielle) Aufmerksamkeit in diesen reduzierten Zeiten sehr freuen, sind Sie, als Vereine, darauf angewiesen, Ihre Mitglieder und Kursteilnehmer*innen an sich zubinden. Gerade nach einer so langen Pause und vielen Einschränkungen wird es vielen Menschen schwer fallen,  zurück zu ihren alten Gewohnheiten zu gelangen. Der innere Schweinehund ist wohl derzeit der Einzige, der von dem sportlichen Stillstand profitiert. Auch können Pausen genutzt werden, um sich über die Angebote anderer Vereine zu informieren. Oder die Liebe zu kostenfreien Outdoor-Aktivitäten wird entdeckt.  Aus diesem Grund müssen Sie als Vereine präsent bleiben. Verdeutlichen Sie den Mehrwert einer Kneippschen Vereinszugehörigkeit, Kursteilnahme und regelmäßiger Übungen/ Anwendungen. Wecken Sie regelmäßig die Lust, aktiv zu bleiben und lassen Sie Ihre Mitglieder und Kursteilnehmer*innen wissen, dass der Verein sie vermisst.

 

Anregungen, wie Sie dies machen können, finden Sie hier:

Via Facebook oder als Video: Was passiert gerade hinter den Kulissen? Gibt es Sanierungen, legen Sie neue Beete im Kneipp-Garten an? Zeigen Sie, dass sich der Verein aktiv auf die Zeit nach dem Lockdown vorbereitet.

Versenden Sie (per E-Mail oder postalisch) Rezepte, Buchempfehlungen, Tipps gegen den Winter-/Corona-Blues, Pflanzkalender für Kneipp-Kräuter oder Übungen, die auch alleine ausgeführt werden können (Bitte denken Sie an die Nennung  des Urhebers und an Dateien im PDF-Format).

Via Facebook, WhatsApp oder im Newsletter: Fordern Sie zu Aktivitäten auf, zum Beispiel in Form von Wettbewerben: Wer wandert die meisten Kilometer? Wer besitzt das älteste Vereinsfoto?

Newsletter per E-Mail oder als Druck-Version: Auch wenn es momentan vielleicht keine Neuigkeiten gibt, geben Sie Rückblicke aus dem Vereinsleben und setzen Sie positive Highlights des Vereins in Szene. Stellen Sie Vereinsmitglieder, Sponsoren, Partnervereine oder andere Kneipp-Einrichtungen in der Nähe vor. Zeigen Sie, was sich hinter einzelnen ehrenamtlichen Tätigkeiten verbirgt. Starten Sie eine „Talentabfrage“, um neue Ehrenamtler zu gewinnen. Rufen Sie dazu auf, dem Verein ein Feedback zu den Kursen zu geben und fragen Sie nach Wünschen Ihrer Kursteilnehmer*innen und Mitglieder. Bitten Sie um Ideen für das Jubiläumsjahr 2021.

Videobotschaften: Videobotschaften müssen nicht im Studio aufgezeichnet werden. Besonders im Vereinsbereich erwartet dies niemand von Ihnen. Doch haben persönliche Ansprachen eine  andere Wirkung. Ein mittelpreisiges Handy zeichnet in ausreichender Qualität auf. Nehmen Sie ein paar Worte für Ihre Mitglieder auf und verdeutlichen Sie, wie wichtig der Zusammenhalt im Verein ist. Der Versand via E-Mail oder WhatsApp ist recht einfach. Gerne hilft Ihnen der Kneipp-Bund Landesverband NRW individuell weiter.

Noch ein wichtiger Tipp: Stellen Sie sicher, dass Sie die Mitglieder bzw. Kursteilnehmer*innen auf dem gewählten Weg kontaktieren dürfen. Gehen Sie auf Nummer sicher und fragen Sie nach der Erlaubnis, sollte diese nicht schon in der Vergangenheit erfolgt sein. Oftmals haben Mitglieder und Teilnehmer*innen bereits bei Anmeldung ihre Zustimmung zur Kontaktaufnahme schriftlich erteilt.

Quelle:

1) Studie: Ältere Menschen und ihre Nutzung des Internets. Folgerungen für die Corona-Krise (dza.de, 2020), S. 3 (Abgerufen: 15.01.2020)