Thema des Monats Mai

WER SUCHET, DER FINDET: NEUE MITGESTALTER GEWINNEN

Wir können es nicht „schönreden“. Mitgestalter zu finden und diese für die ehrenamtliche Arbeit im Verein zu begeistern, stellt wohl eine der größten Herausforderungen der Vorstandsarbeit dar. Doch sichert genau dies den Fortbestand des Vereins und somit auch Ihrer (oftmals jahrzehntelanger) Mühe und Leistung.

Seite an Seite sind  nun schon viele Kneipp-Vereine mit dem Kneipp-Bund Landesverband NRW auf die Suche gegangen. Unser Fazit: Es gibt sie, die aktiven Ehrenamtler*innen, die nur darauf warten von Ihnen gefunden zu werden.

Doch gehen wir die Suche einmal nicht nur mit Tatendrang, sondern auch mit einer Strategie an. Wen suchen wir eigentlich? Wo finden wir diese Mitgestalter? Und wenn wir sie gefunden haben, wie locken wir den Vogel ins Nest?

Licht ins Dunkle bringt dabei die 5. Freiwilligensurvey. Werfen wir also einen Blick auf die Ergebnisse.

Der 5. Deutsche Freiwilligensurvey – Hilfe bei der Suche nach neuen Ehrenamtlern

Im Jahr 1999 wurde der Freiwilligensurvey des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum ersten Mal durchgeführt und wird seitdem alle fünf Jahre wiederholt. Anfang April erschien nun der 5. Deutsche Freiwilligensurvey[1], der das Engagement im Jahr 2019 abbildet. Mit einem Umfang von 27.762 Befragten ist er die größte repräsentative Bevölkerungsbefragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland.

Freiwilliges Engagement ist eine zentrale Säule der Gesellschaft

In 2019 haben sich etwa 40 Prozent der Menschen in Deutschland freiwillig engagiert, umgerechnet sind das rund 28,8 Millionen Menschen. Dabei haben die Frauen aufgeholt: erstmals engagieren sich nahezu genauso viele Frauen wie Männer. Je höher der schulische Bildungsstand, umso mehr engagieren sich die Menschen. 51,1 % der Personen mit hoher Schulbildung engagieren sich freiwillig.

In allen Altersgruppen hat der Anteil der freiwillig Engagierten seit 1999 zugenommen, am stärksten jedoch bei Menschen ab 65 Jahren. In dieser Altersgruppe ist die Engagementquote von 18,0 % im Jahr 1999 auf 31,2 % in 2019 gestiegen. Der höchste Anteil Engagierter ist 2019 bei den 30- bis 49-Jährigen mit 44,7 Prozent zu finden.

Die meisten Menschen engagieren sich im Bereich Sport und Bewegung mit 13,5 %. Es folgen die Bereiche Kultur und Musik mit 8,6 %, der soziale Bereich mit 8,3 % sowie Schule und Kindergarten mit 8,2 %.

Ein großer Teil der Engagierten nutzt das Internet im Rahmen der freiwilligen Tätigkeiten, indem sie sich zum Beispiel an sozialen Netzwerken oder Blogs beteiligen, Newsletter und Onlineberichte erstellen oder die Homepage ihres Vereins oder ihrer Organisation betreuen. (Also genau das, was die meisten Kneipp-Vereine derzeit suchen).

Doch wie finden Sie neue Ehrenamtler?

Immer mehr Menschen engagieren sich ehrenamtlich oder sind daran interessiert. Der potentielle Ehrenamtler ist gemäß der aktuellen Studie gut gebildet, mittleren Alters und kommuniziert zunehmend über das Internet. Ihn interessieren Themen wie Sport, Kultur, soziales Engagement und die Familie und Kinder. Das Thema Corona trägt weiter dazu bei, dass sich die Menschen für eine gesunde Lebensweise interessieren.

Und was bedeutet dies konkret für Ihre Suche?

Tipp Nummer 1) Das größte Potenzial einen neuen Ehrenamtler*in zu akquirieren liegt natürlich in Ihrem Verein, denn hier ist die Begeisterung für das Kneippsche Gesundheitskonzept bereits präsent. Eine unkomplizierte und vor allem persönliche Ansprache ist meist am wirkungsvollsten.

Sie sind sich jedoch noch nicht ganz sicher, welche geheimen Talente in Ihren Vereinsmitgliedern schlummern? Nutzen Sie die „Mein Talent“- Abfrage des Kneipp-Bund Landesverband NRW und bitten Sie Ihre Mitglieder diese auszufüllen. Sie werden überrascht sein, welche Ressourcen in Ihrem Verein derzeit noch ungenutzt sind. Das Formular finden Sie im internen Bereich auf der Website kneippbund-nrw.de Gerne passen wir es individuell für Sie an und wandeln es in das passende On-und Offline-Format für Sie um.

Tipp Nummer 2) Sehen Sie sich Ihre Kursteilnehmenden an. Besuchen Sie den Zumbakurs, den Aquafitnesskurs oder auch das Gedächtnistraining. Denn genau dort treffen Sie sie. Überwiegend weibliche Teilnehmerinnen, mittleren Alters, mit einem Hang zu gesundheitsfördernden Aktivitäten.

Tipp Nummer 3) Lassen Sie die Welt wissen, dass Sie Unterstützung suchen. Nutzen Sie dafür alle Quellen, wie zum Beispiel ihre lokale Zeitung, das Radio oder Aushänge an Orten, die Ihrer Zielgruppe besuchen (VHS, Drogeriemärkte, Reformhäuser, Sportläden, Bekleidungsgeschäfte etc.). Sprechen Sie offen aus, dass neue Ehrenamtler*innen neuen Schwung für den Verein bringen sollen. Und vergessen Sie nicht zu erwähnen, wie vielfältig die Aufgaben in unserer Vereinswelt sind. Wie der 5. Freiwilligensurvey verdeutlicht, ist das Interesse an gesundheitlichen Themen und sozialem Engagement besonders groß. Nutzen Sie die Zeichen der Zeit, denn Sie als Kneipp-Verein haben beides zu bieten. Gerne verfassen wir vom Landesverband individuelle Flyer und Presseschreiben für Sie.

Tipp Nummer 4) Das WIE sich Menschen heute ehrenamtlich engagieren, hat sich verändert. Digital heißt das Zauberwort. Und zwar nicht nur dann, wenn ehrenamtliche Aufgaben von zu Hause aus übernommen werden können. Lange Fahrtwege für kurze Treffen, Telefongespräche während man beruflichen oder privaten Verpflichtungen nachkommt sowie auch die intransparente Kommunikation zwischen bereits aktiven Ehrenamtler*innen sorgt dafür, dass neue Ehrenamtler*innen schnell die Flinte wieder ins Korn werfen.

Die Möglichkeiten, diesem Problem entgegenzuwirken, sind vielfältig und leicht zu etablieren. Ein gemeinsamer E-Mail-Verteiler, ein kostenfreies, gut strukturiertes Projektmanagement-Portal (z.B. Trello) oder auch eine Whats App Gruppe für einen zeitnahen Austausch. All dies lässt die Kommunikation(-szeit) des Vorstands asynchron werden und gibt engagierteren Kneippianer*innen die Chance sich einzubringen, wenn es ihr bzw. sein Alltag zulässt. Gerne beraten wir Sie vom Landesverband individuell.

 


[1] Quelle: Freiwilliges Engagement in Deutschland, Zentrale Ergebnisse des Fünften Deutschen Freiwilligensurveys (bmfsfj.de, 2021)